Ein Rückblick mit Ausblick

Über ein Jahr später und wir sind immer noch hier. Enttäuscht aber zufrieden. Enttäuschung im Sinne vom Ende der Täuschung. Der Punkt an dem der Blick klar wird und man die Probleme in Angriff nimmt. Wir beißen uns hier fest und bauen uns eine Existenz auf.

Vor über einem Jahr haben wir uns dieses Grundstück gegen alle gut gemeinten Ratschläge der Familie gekauft. Wir haben einen Ort gesucht, der uns die Möglichkeiten gibt, Pflanzen und Pilze anzubauen, Tiere zu halten, Teil einer Dorfgemeinschaft zu sein. Ein Ort an dem unser Kind in und mit der Natur aufwachsen kann. Ein Ort, an dem wir uns nicht verstellen müssen und unsere handwerklichen Fertigkeiten weiterentwickeln können.

Die ersten Enttäuschungen begegneten uns nach den ersten Wochen im neuen uralten Heim. Wir wussten zwar, dass das Haus in einem schlimmen Zustand ist und große Sanierungsaktionen auf uns zukommen würden. Dass wir aber am Ende realisieren würden, dass wir im Grunde alles bis auf die Fundamente neu bauen müssen, übertraf alle Erwartungen. Hinzu kamen diverse zwischenmenschliche Probleme, von nicht erfüllten Jobversprechen und der Annahme des Vorbesitzers, dass er den Auszug mit seinem Polo und klitzekleinem Anhängerchen auf die nächsten 5 Jahre strecken könne. Wir sind immer nett und freundlich, also kann man das mit uns wohl machen. Auch als Eltern mussten wir lernen Autoritätspersonen zu sein und uns nicht rumschubsen zu lassen. Folglich haben wir die Ellenbogen ausgefahren.

Trotz aller Enttäuschungen hat dieser Ort sein Versprechen für uns gehalten. Ein marodes Haus kann man neu bauen, einen Stall wieder aufrichten, einen Garten in Ordnung bringen. Schaufel für Schaufel, Stein für Stein und Ziegel für Ziegel. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Vieles von unserer anfänglichen Planung haben wir bereits über Bord geworfen. Aber die Richtung ist geblieben. Daher wollen wir Dich, lieber Leser, an dieser Stelle abholen, um Dich mit auf die Reise der LandHaasen zu nehmen. Die Expedition bricht auf, um unkonventionelle Methoden für einen nachhaltigen Lebensraum zu erkunden.

Für unseren Wohnraum kombinieren wir Ben Laws Techniken für Low-Impact Häuser aus Rundholz mit Rob Roys Dachbegrünung und Tony Wrenchs “Reciprocal Frame Roof” aus ineinandergreifenden Rundhölzern.

Unseren Garten gestalten wir mit Hilfe von Charles Dowdings Methoden des “No Dig Gardenings”, Marie-Luise Kreuters Biogarten Handbuch und Paul Stamets Erfahrungsschatz im Anbau von Pilzen.

Hinzu kommen unzählige Selbstversorger, die auf ähnlichen Pfaden gewandelt und den Lösungen für alltägliche Probleme einen Schritt näher gekommen sind.

Willkommen an Bord! It's gonna be a bumpy ride!Sandra
Unser Anwesen