Warum Mama in der Besucherritze schläft

Seit etwa dem fünften Schwangerschaftsmonat schlafe ich im Gräbele, wie die Ritze zwischen den beiden Matratzen so schön auf schwäbisch genannt wird. Denn während der Schwangerschaft half mir die Ritze mit wachsendem Bauch auf der Seite zu schlafen.

Warum ich seit der Geburt immernoch dort schlafe? Weil aus dem Ehebett ein Familienbett wurde. Und aus dem Schlafhelfer wurde der Inbegriff der Zerrissenheit.
Mit der Geburt waren es auf einmal ein Mensch mehr, der meine Nähe und Zuwendung brauchte (ganz zu Schweigen von unserer Katze!). Nicht nur Tags sondern auch des Nachts und ich hatte mir, neben vielen anderen Dingen, vorgenommen, dass das neue Menschlein nicht zwischen mir und meinem Mann liegen soll. Wem wendet man sich zu? Wer bekommt die Streicheleinheiten? Bekommt sie nach einer gefühlten Ewigkeit mal der Ehemann regt sich der Säugling mit Sicherheit und fordert die seinen ein.
Aber ich kann beruhigen, es wird besser! Und auch mit dem Gräbele habe ich mich angefreundet.

Denn das ist es auf jeden Fall wert. Denn seit der Spatz unser Bett teilt, muss sein Vater nicht mehr auf das Sofa ausweichen wegen nächtlicher Ruhestörung. Wenn es denn doch mal eine gibt, so schläft das Kind viel schneller wieder ein und damit auch wir Großen.
Nächtliches Stillen ist viel entspannter denn man muss weder Licht machen, noch die Füße aus dem Bett schwingen. Und es ist faszinierend wie schnell so ein Säugling die Brust findet.
Das Schönste aber ist, mit den beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben aufzuwachen und noch ein bisschen zu kuscheln. Und auch mein Mann freut sich über das morgendliche strahlende und inzwischen nichtmehr zahnlose Lächeln. Egal wie schlaflos die Nacht war.

Ihr verwöhnt euer Kind!
Wie kann es verwöhnen sein ein Grundbedürfnis zu stillen? Verwöhnen per Definition bedeutet für jemanden etwas zu tun, das er selbst tun könnte. Und ich frage mich, wie man von einem Säugling verlangen kann, alleine in einem Bett und womöglich noch alleine in einem Zimmer zu schlafen, wenn wir Erwachsenen das doch auch nicht tun!
Und warum nicht die Zeit genießen? Ehe wir uns versehen schleicht sich unser Kind heimlich betrunken in sein Zimmer und körperliche Nähe ist vielleicht gerade noch ein Küsschen zum Abschied, wenn es zur nächsten Party geht.